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Klimawandel und Menschenrechte


Guillermo Kerber, WCC, und Valeriane Bernard, Brahma Kumaris

Das Genfer interkonfessionelle Forum zu Klimawandel, Umwelt und Menschenrechte – eine informelle Gruppierung unter religiösen NGOs – organisierte am 29. Mai 2012 eine Podiumsdiskussion zum Thema Klimawandel, Rio+20 und Menschenrechte im Hinblick auf  die UNO-Konferenz in Rio de Janeiro. Vor der eigentlichen Diskussion kamen die Redner folgender NGOs des Forums zu Wort: Brahma Kumaris World Spiritual University (BKSWU), Franciscans International (FI), Indigenous Peoples Ancestral Spiritual Council (CEAPI), International-Lawyers.org, North South XXI, World Council of Churches (WCC). Eine der grundlegenden Fragen des Podiums betraf den Umstand, dass in den Grundsätzen der Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung von 1992 die Menschenrechte gar nicht erwähnt sind. Welches sind demzufolge die ethischen und spirituellen Werte, die in die Rio+20 Diskussionen und deren Schlusserklärung „Die Zukunft, die wir wollen“ Eingang finden sollten? Unter den Anwesenden war man sich im Allgemeinen einig, dass Rio 1992 keine greifbaren Auswirkungen auf die betroffenen Menschen gehabt hatte und dass trotz der Schaffung eines Aktionsplanes zu den Rio-Grundsätzen keine kritische Beurteilung über das in den letzten 20 Jahren Erreichte erfolgt ist.

In seinen Ausführungen wies Budi Tjahjono, Südostasien-Bearbeiter von FI, darauf hin, dass die Formulierungen im geplanten Dokument zu eng gefasst sind und dass die zentrale Stellung der Menschenrechte bei der nachhaltigen Entwicklung verkannt worden ist. Er sagte: „Jetzt haben wir noch die Gelegenheit, die Gewichtung der Menschenrechte im kommenden Dokument zu verstärken. Die Mitgliedstaaten sind die Entscheidungsträger, so ist es das Gebot der Stunde, diese von der Bedeutung eines menschengerechten Vorgehens zu überzeugen.“

Das Forum kümmert sich hauptsächlich um die ethischen Aspekte von Problemen. Der Klimawandel geht uns nicht erst in fünf, zehn oder fünfzehn Jahren etwas an: Es leiden heute schon viele Opfer in der ganzen Welt. Es handelt sich nicht einfach um ein Umwelt- oder Wirtschaftsproblem, sondern um eines mit kulturellen und sozialen Dimensionen, die nur durch ein ganzheitliches Vorgehen wirksam angegangen werden können. Diejenigen Menschen, die schon heute darunter leiden, sind bereits am meisten verwundbar, aber im Endeffekt werden wir alle davon betroffen sein.

Das Forum hat eine Petition eingereicht zur Schaffung der Stelle eines Sonderbeauftragten für Klimawandel und Menschenrechte. Das ist das wirksamste Mittel des Menschenrechtsrates, um einen echten Einfluss zugunsten der betroffenen Menschen ausüben zu können. Internationale rechtliche Rahmenbedingungen zur Bezeichnung der Verantwortung menschlichen Verhaltens in Bezug auf den Klimawandel fehlen bis heute. Somit muss vorderhand innerhalb des bestehenden gesetzlichen Rahmens gehandelt werden, um die Folgen menschlichen Verhaltens auf den Klimawandel in den Griff zu bekommen; die Opfer können nicht auf neue Beschlüsse warten.