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Das Recht auf Nahrung in Kamerun


Olivier de Schutter, Sonderberichterstatter der Vereinten Nationen

Der Sonderberichterstatter über das Recht auf Nahrung, Olivier de Schutter, erstattete vom 16. bis 23. Juli 2012 Kamerun einen Besuch vor Ort. Während seines Aufenthaltes traf er sich mit Vertretern ziviler Organisationen, um ihre Zielsetzungen zu besprechen und um Informationen aus erster Hand über die dringendsten Anliegen der Bevölkerung zu erhalten. Einer der Partner von FI in Kamerun, Br. Boniface Diezoumbé, traf sich mit dem Assistenten des Berichterstatters, um ihn auf die prioritären Punkte hinsichtlich des Besuches von Herrn De Schutter aufmerksam zu machen. Er empfahl dringend, der Sonderberichterstatter solle in die Grosse Nordregion des Landes fahren, wo 81 Prozent der ländlichen Haushalte unter Nahrungsmangel leiden. Dort ereignen sich alle zwei bis vier Jahre Nahrungskrisen, einschliesslich derjenigen, die mit dem Klimawandel verknüpft sind.

Am 17. Juli 2012 kam es zu einer Begegnung des Berichterstatters mit dem landwirtschaftlichen Expertenberater Barabé Benjamin in Maroua, der entfernten Hauptstadt der Nordregion und der im Namen von FI sprach. Herr Benjamin präsentierte einen von Br. Boniface vorbereiteten Bericht über die Hauptanliegen von FI bezüglich des Rechtes auf Nahrung. Der Bericht erörtert mit Schwerpunkt der Grossen Nordregion die Faktoren, die zur Lebensmittelknappheit beitragen. Es sind dies die rasante Bevölkerungsexplosion, die Landwirtschaft als wichtigste Existenzgrundlage sowie die häufigen Dürreperioden, die eine grosse Bedrohung für die Nahrungsmittelversorgung darstellen. Der Staat hält Programme zur Behebung der Nahrungsmittelengpässe bereit, aber die franziskanischen Schwestern und Brüder an der Basis stellen fest, dass die Ausführung mangelhaft ist, sodass diese Pläne keine echte Antwort auf die Situation sind.

„Es fehlt nicht am politischen Willen in Kamerun“, meinte der Sonderberichterstatter. „Aber es ist zweifelhaft, ob die Strategie der Nahrungsmittelverteilung vor Ort den Gegebenheiten entspricht, um den Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden. Lösungsvorschläge existieren. Nitrifizierende Bäume, die zur Gewinnung von Dünger dienen und gleichzeitig den regionalen Bedingungen angepasst sind, können die Futtermittelproduktion für den Viehbestand sicherstellen; technische Einrichtungen, wie Mini-Dämme und Stein-Mauern können die Regenwasserfassung für die Trockenperioden maximieren.“ Die Regierung könnte eine regionale Strategie entwickeln, die speziell auf die Bedürfnisse des Nordens abgestimmt ist. „Aber damit dies geschieht, müssen die Behörden und die Geldgeber sich entschliessen zu handeln.“

FI arbeitet in Kamerun auch mit franziskanischen Vertretern an der Basis zusammen, wenn es um das Thema Menschenhandel geht. Anlässlich der 20. Sitzung des Menschenrechtsrates der UN vom Juni 2012 gab FI eine Stellungnahme zu Entführungen und Menschenhandel bei Kindern ab, in der die Regierung von Kamerun aufgefordert wird, in der Behebung dieser Praktiken aktiv zu werden. FI und die franziskanischen Schwestern und Brüder in Kamerun werden zusammen weiter an diesen Themen arbeiten, insbesondere im Hinblick auf die kommende Allgemeine Regelmässige Überprüfung zu Kamerun im Mai 2013.