New York – Konferenzen über Folter und über Süd-Sudan
Das FI-Büro von New York hat kürzlich zwei Nebenveranstaltungen bei den Vereinten Nationen organisiert. Die erste fand am 20. Juni 2012 statt und war eine Diskussion über Folter, an der Menschen zu Worte kamen, die die Folter überlebt hatten und die in der Arbeit zweier internationaler Organisationen involviert waren: der TASSC (Torture Abolition and Survivor Support Coalition International), der internationalen Vereinigung zur Abschaffung der Folter und zur Unterstützung der Überlebenden, und der ICAED (International Coalition Against Enforced Disappearances), der internationalen Vereinigung gegen das Verschwindenlassen (von Menschen). Letztere setzt sich dafür ein, dass möglichst viele Regierungen das Internationale Übereinkommen der UN zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen ratifizieren.
In ihren persönlichen Darstellungen sprachen die Überlebenden vom Schrecken der Folter. In der Tat war TASSC von der Ursulinenschwester Dianna Ortiz (OSU: Ordo Sanctae Ursulae) gegründet worden, einer amerikanischen Schwester, die unter den Qualen der Folter in Guatemala gelitten hatte. Die Organisation wird von Überlebenden der Folter geleitet, die dieser unmenschlichen Praktik, die gegenwärtig von 138 Regierungen ausgeübt wird, ein Ende bereiten wollen. Die Partnerschaft von FI und TASSC hat ihre Wurzeln in unserem Engagement mit dem Netzwerk Franziskanische Aktion (FAN). Franziskanische Brüder und Schwestern in der ganzen Welt arbeiten über Themen zur Folter intensiv mit FI zusammen. Gegenwärtig aktuell sind: Die Todesstrafe in Japan, die institutionalisierte Folter bei Polizei und Militär in West Papua, die aus Tradition geübte Praxis von gewissen Kleinkindermorden in Benin sowie die Gewalt gegen Menschen mit Albinismus in Tansania.
Der zweite Anlass betraf den ersten Jahrestag der Gründung des Staates Süd-Sudan vom 9. Juli 2011. Unter dem Titel „Süd-Sudan: Spiritualität und Entwicklung“ konzentrierte sich die Diskussion auf die Erfahrungen und Einsichten von Br. Peter Major, einem Priester der Missionsgesellschaft vom hl. Joseph von Mill Hill, der seine Überlegungen dem Volk von Süd-Sudan und ihrem ersten Jahrestag als neuer Nation widmete. Br. Peter beschrieb die tiefe Religiosität des süd-sudanesischen Volkes. „Eine der Schwierigkeiten in Süd-Sudan wie auch in der restlichen Welt besteht darin, dass wir beim Beten hinaufblicken und glauben, aber beim Seitenblick zu den Anderen nicht glauben.“ Er betonte wie wichtig es ist, einander mit einfühlsamer Würde und in tiefem Respekt zu begegnen.




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